Die GTC 2026 in San Jose ist vorbei — und was Jensen Huang dort präsentierte, war alles andere als bescheiden. Ein Auftragsvolumen von mindestens einer Billion Dollar, neue Chip-Architekturen, Milliarden-Commitments von AWS und Microsoft Azure. Trotzdem zeigt die Aktie kaum Reaktion. Das Muster ist bekannt: Nach der GTC im Oktober 2025 fiel der Kurs am Folgetag um zwei Prozent.
Das konkreteste Signal der Konferenz kam von Amazon Web Services. AWS verpflichtete sich, ab 2026 mehr als eine Million Nvidia-GPUs in seine globale Cloud-Infrastruktur zu integrieren — darunter die neuen Blackwell- und Rubin-Architekturen sowie Groq-3-Prozessoren für latenzarme Inferenz. Microsoft Azure wurde als erster Hyperscaler genannt, der die neuen Vera Rubin NVL72-Systeme betreibt.
Huang selbst eröffnete seine Keynote mit einer klaren Zahl: mindestens eine Billion Dollar GPU-Auftragsvolumen zwischen 2025 und 2027. Als Treiber nannte er den Boom KI-nativer Startups, in die allein im vergangenen Jahr 150 Milliarden Dollar Venture-Kapital geflossen sind. Auf der Produktseite stellte Nvidia die Vera-Rubin-Plattform vor — sieben Chips, fünf Rack-Systeme, ein Supercomputer für agentische KI. Und einen Ausblick auf Kyber, die nächste Rack-Architektur mit 144 GPUs, die 2027 verfügbar sein soll.
Parallel zur letzten Konferenztag gab es eine Meldung, die Aufmerksamkeit verdient: Boardmitglied Aarti S. Shah verkaufte am 19. März 2026 insgesamt 19.000 Aktien zu durchschnittlich 176,71 Dollar — ein Gesamterlös von rund 3,36 Millionen Dollar. Ihr verbleibender Bestand sank damit um gut 34 Prozent. Solche Transaktionen sind bei Insidern großer Tech-Konzerne nicht ungewöhnlich, fallen aber in einem ohnehin gedämpften Kursumfeld auf.
Die Analysten lassen sich davon nicht beirren. Rosenblatt Securities erhöhte sein Kursziel von 300 auf 325 Dollar und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Wolfe Research sieht bei einem Ziel von 275 Dollar eine Umsatzsichtbarkeit von einer Billion Dollar für 2026 und 2027. Royal Bank of Canada, TD Cowen und Cantor Fitzgerald bestätigten ebenfalls ihre positiven Ratings mit Kurszielen zwischen 235 und 300 Dollar. Von insgesamt 53 Analysten vergaben 51 ein Kauf- oder Starkauf-Rating.
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Die Bewertungsthesen stützen sich auf handfeste Quartalszahlen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft allein brachte im Gesamtjahr 193,7 Milliarden Dollar ein, ein Anstieg von 68 Prozent. Der Konsens der Wall Street erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen Gesamtumsatz von 367,7 Milliarden Dollar, was einem weiteren Wachstumsschub von rund 70 Prozent entspräche.
Ob die aktuellen Prognosen tatsächlich in einen weiteren Quartalsbeat münden, zeigt sich am 27. Mai 2026 — dann legt Nvidia seine nächsten Ergebnisse vor.
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